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Auf den ersten Blick gehört Castaño del Robledo zu jenen anonymen Dörfern, die kaum eine Spur in den Archiven hinterlassen. Schauen wir jedoch näher hin, so beginnt es uns seine Geschichte, die von Anpassen an eine nicht allzu vorteilhafte Umgebung und dem Kampf ums überleben handelt, zu offenbaren. In der Folge werden wir versuchen, das Entstehen und die Entwicklung des Dorfes zu entschlüsseln. Dabei werden wir uns auf die wenigen Quellen über die wir verfügen, auf Analogien mit anderen Dörfern und auf unsere Intuition stützen. Ich hoffe, dass unsere Darstellung eines Dorfes ohne sichtbare Geschichte dabei nicht zu sehr vom Wege der Wahrheit abweichen möge. Es besteht keine Gewissheit darüber, wann die ersten Siedler die Bäume fällten um Castaño del Robledo mitten im Walde zu gründen. Es darf angenommen werden, dass dies um die Mitte des XIV. Jahrhunderts geschah, als die Epoche des „Incastellamiento“, des Ansiedelns der Bevölkerung im Schutze der Burgen, welche von Sanco IV. angeordnet wurde, zu Ende ging. Nach langen, unsicheren Zeiten, auf Grund der Die erste vertrauenswürdige Spur finden wir im Einwohnerverzeichnis, welches 1485 zum Zwecke der Erfassung der Wehrfähigen für den Krieg gegen Granada erstellt wurde. Castaño zählte damals 13 „Vecinos“ oder ungefähr 52 Einwohner. Gewiss auf Grund des erwähnten Krieges fällt die Einwohnerzahl 1489 auf 8 „Vecinos“ zurück. Mit der Eroberung Granadas und der Entdeckung Amerikas beginnt eine Epoche des allgemeinen Wohlstandes, welche sich auch im Bevölkerungswachstum Castaños niederschlägt; 1512 sind es schon 76 Einwohner. |