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Eigentlich sollte dieser Wechsel keine Auswirkungen auf das Leben im Weiler haben. In der Wirklichkeit führte er jedoch zu vermehrter Kontrolle und mehr Eifer der Verwaltung, was praktisch einer Erhöhung der Steuerlast gleichkam. Aus diesem Grunde unternahmen die Bewohner Castaños einen zweiten Versuch, die Unabhängigkeit von Aracena zu erlangen: „Oprimidos con muchas vejaciones que reciben de la justicia de la villa de Aracena, así en la cobranza de todas las contribuciones reales como de otras cosas particulares, cuyos motivos han ocasionado a muchos vecinos de esta dicha aldea a irse a vivir a la villa de Galaroza y otras circunvecinas, desamparando sus casa y haciendas. Y lo que más les molesta a ello son los administradores de las rentas reales y ejecutores que se despachan a la cobranza de sus débitos de la dicha villa de Aracena, que está distante tres leguas” (mishandelt durch die vielen Demütigungen, die sie von Seiten der Rechtssprechung der Stadt Aracena erleiden, sowie durch die Eintreibung der königlichen Steuern und anderer eigentümlicher Dinger, welches dazu geführt hat, dass viele Einwohner dieses genannten Weilers sich nach Galaroza und anderen benachbarten Gemeinden zum Leben begeben haben ihre Häuser und Güter verlassend. Und was sie am meisten stört sind die Verwalter der königlichen Einkünfte und die Vollstrecker der Schuldeneintreibung aus der genannten Stadt Aracena, welche 3 Wegmeilen entfernt sich befindet.). Anhand der Unterlagen über die wir verfügen, lässt sich ein Bevölkerungsrückgang in den fraglichen Jahren feststellen, der sich auf die erwähnte Abwanderung nach Galaroza zurückführen lässt.
Die Gemeindehoheit wurde am 28. April 1700 verliehen und die Urkunde kam am 7. Mai in der neuen Gemeinde an. Am folgenden Tage versammelten sich die für die Rechtspflege von Fürsten ernannten Personen im Ratshaus: die ordentlichen Bürgermeister Bartolomé Alonso Lozano und Juan González, die Ratsherren Juan González Marcos y Alonso Martín der Ältere, der Procurador General Marcos López, der Dorfpolizist Fabian Alonso und der überwacher der Minderjährigen Alonso Martín. Vor der Ansammlung vieler Leute, die durch das Glockengeläute herbeigeströmt waren, wurde die königliche Urkunde verlesen. Nachdem die beiden Bürgermeister durch die symbolisch Festnahme des José Núñez Castaño, er wurde nachher wieder freigelassen, den Kerker in Besitz genommen hatten, errichtete der Bevollmächtigte einen Galgen im Kastanienhain, welcher vom Dorf her sichtbar ist, und einen Pranger auf dem Platz, der oberhalb der Sankt Jakobskirche liegt Als Castaño die Gemeindehoheit „für und über sich“ erlangt, bekommt es wie auch die anderen Gemeinden die sich von Aracena loslösen, nur ein kleines Gemeindegebiet, mickrige 1290 Hektaren. Dies ist zum Teil darauf zurück zu führen, dass Castaño weiterhin Weiderechte auf Allmenden, die ausserhalb seiner Grenzen lagen, besass.
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